Mai 17

2. Wachsweiche Autos

Aber egal. Ich hatte Wichtigeres zu tun, als Elfen anzustarren. Mein Boss wartete darauf, dass ich mit meiner Präsentation überkam. Ein Blick auf die Uhr- ich hatte noch gerade 15 Minuten. Also schnell weiter. Aber gerade, als ich losstieben wollte, packte der Pseudo-Elf mich wieder am Arm. “Verdammt, Frau, wo willst du hin? Da drüben sind Trolle!”
“Ja, genau, habe ich bereits erkannt. Aber mein Boss wartet auf mich, und der ist schlimmer als alle Trolle der Welt!”
Ich ließ ihn links liegen und ging los. Das heißt, ich wollte losgehen, aber der Typ ließ einfach nicht los. “Wenn du dich unbedingt umbringen willst, mach´s ein andermal, aber nicht, wenn ich dabei bin!”, zischte er wütend.
Er zerrte mich ein Stück zurück, dann schlich er vorsichtig an die Mauerkante und sah um die Ecke. Sofort zuckte er wieder zurück, während ein bösartig summendes Geschoss an ihm vorbeiflog und ein nahegelegenes Auto traf. Die Kugel platzte mit einem satten Plopp, und grüne Farbe verteilte sich langsam über den Lack. Na bravo. Das konnte ich nun gerade noch gebrauchen. Ich entschloss mich, den Rückwärtsgang einzulegen und einen kleinen Umweg zu nehmen. Der Elf hatte derweilen eine Art Revolver gezogen und schoss seinerseits um die Ecke. Ich nutzte die Gelegenheit und hastete in die entgegengesetzte Richtung.
Ich kam genau dreizehn Schritte weit. So lange brauchte mein Gehirn, um die Horde Trolle zu registrieren, die mir grinsend von der anderen Seite entgegenkamen. Ein dicker, grauhäutiger mit einem Triefauge und Hauern wie ein Warzenschwein stellte sich breitbeinig auf, hob etwas an, was verdächtig wie die Waffe des ersten Trolls aussah, und feuerte.
Der wabernde grüne Ball flog harmlos über meinem Kopf hinweg, aber nur, weil der Elf mich schon wieder gepackt hatte- diesmal um die Hüfte- und zu Boden riss. Genau in die große Pfütze, die der Regen letzte Nacht hinterlassen hatte.
“Shit!”, fauchte ich. “Das war´s dann wohl. Die Präsentation kann ich vergessen”!
“Du kannst noch ganz was anderes vergessen, wenn du weiterhin so lebensmüde durch die Gegend stolzierst!”, fauchte der Elf zurück, während er mehrere Schüsse auf die Trollgruppe abgab.
Die Kerle sprinteten auseinander und suchten Deckung.
“Ach, Scheiße, jetzt bin ich sowieso dreckig, da macht das bisschen Farbe auch nichts mehr.”
Ich wollte mich erheben, aber der Elf packte mein Bein und zerrte mich rücksichtslos ein Stück zur Seite. Diesmal landete mein Gesicht in der Pfütze. Ich schloss die Augen und zählte bis drei. Das durfte doch nicht wahr sein!
Als ich die Augen wieder aufmachte, sah ich genau auf den dunklen Kombi, den der erste Schuss getroffen hatte. Irgendwie war das Auto kleiner geworden. Während ich noch ungläubig zusah, sackte es endgültig zusammen und verlief zu einer schlierigen Schmiere auf dem Boden.
“Was … was zum Teufel benutzt ihr da?”
“Die Trolle schießen mit Auflösern”, gab der Elf beiläufig kund, während er bereits wieder feuerte. Dann schnellte er hoch, packte meinen Arm und zerrte mich zurück zur Mauer. “Wir müssen verschwinden!”

April 17

1. Ein Elf kommt um die Ecke

Und mit diesem Abschnitt beginnt mein neues Manuskript:

Der Troll lugte hinter der Mülltonne am K&K-Markt hervor. Seine bunten Kleiderfetzen konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass er abgrundtief hässlich war. Ein fast kahler, von Warzen überzogener Schädel, ungesund grüngraue Haut, tiefliegende Augen, breite Hauer im Mund. Und als i-Tüpfelchen hielten seine schmutzigen Pranken einen sehr futuristischen und gefährlich aussehenden Schießprügel. Ein Windhauch fächelte herüber. Mir wurde sofort schlecht. War es der Troll oder der Müllcontainer, der so stank? Egal was, es schien mir geraten, mich unauffällig aus dem Staub zu machen. Aber gerade als ich um die Ecke biegen wollte, kam jemand von dort hervorgeschossen und rempelte mich an. Ich sah Sterne und schwankte.

Eine kräftige Hand packte mich. “Verdammte Scheiße!”, zischte eine eindeutig männliche Stimme. Dann zerrte die Hand mich ein Stück weit und stellte mich mit dem Rücken an eine Mauer. Ich blinzelte. Das Gesicht, das  mein Blickfeld ausfüllte, war irgendwie … nicht menschlich. Sehr fein geschnittene, eindeutig schöne Gesichtszüge – Moment mal, das war doch eine männliche Stimme gewesen? Leicht schräge Augen … oh, jetzt wußte ich, was mich daran störte. Die Pupillen! Sie waren kartzenartig und saßen in einer intensiv grüngoldenen Iris. Ein rascher Blick über den Rest des Körpers bestätigte meinen Verdacht. Spitze Ohren, lange silberne Haare, grüne Klamotten – ein Elf.

Endlich gelang es mir, die Szene in einen logischen Zusammenhang zu bringen. Klar, wir hatten doch gerade das große Treffen der LARP-Spieler in der Stadt. Ich war genau in eines dieser dämlichen Live-Rollenspiele reingeraten. Aber verdammt gute Maske, das mußte man den Typen lassen. Tolle Kontaktlinsen.Und wie lange der Kunstelf wohl gebraucht hatte, um sich die Haare so wachsen zu lassen? Das heißt, falls er nicht eine Perücke trug.

Januar 30

Schreibexperiment

Ein Buch ist veröffentlicht, und ich beginne das nächste zu schreiben.

Hier.

Auf diesem Blog.

Sie können also die Entstehung des Manuskriptes life verfolgen.

Ist das Buch fertig, werden die Beiträge gelöscht und das Buch kommt in den Verkauf. Das heißt, wenn Sie es gratis lesen wollen, müssen Sie in den nächsten Wochen immer mal wieder in diesen Blog sehen.

In den nächsten Tagen beginne ich mit dem ersten Kapitel. Ich freue mich schon darauf, Ihnen regelmäßig schönes Lesefutter anbieten zu können!

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Januar 25

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Guten Tag erst einmal!

Da dies ein Autorenblog ist, werde ich vornehmlich über das Schreiben schreiben. Über Notizen, Manuskripte, Bücher, über die zugehörigen Recherchen und den Weltenbau, über meine Plots, Charaktere und alles, was sonst noch so interessant sein könnte. Vorzugsweise schreibe ich das um Mitternacht. Oder noch später. Dann, wenn Sie längst sanft schlummern.

Habe ich schon erwähnt, dass ich eine Nachteule bin?

Eule mit Schreibfeder. Oder mit Laptop. Brille auf der Nase, dampfender Tee auf dem Schreibtisch, eine dicke Wolljacke gegen die nächtliche Kälte.  Ungefähr so können Sie sich ein Bild von mir machen.

So, das wäre erst einmal meine Kurzvorstellung. Bis bald!

Mira Lindorm

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